Tom Schrage

Aus fremden Nestern sowie andere phantastische Histörchen

 

Vernissage: Samstag, den 04. August 2018 ab 18.00 Uhr

​Ausstellungsdauer: 05.08. bis 28.09.2018

Zusätzlich war die Galerie zu den Kunstpunkten Düsseldorf am 15.09. und 16.09.2018 geöffnet.

Ankündigung des Kulturamtes Düsseldorf

 

Im August und September zeigte Tom Schrage unter dem Titel "Aus fremden Nestern sowie andere phantastische Histörchen" Papiercollagen aus zwei Schaffensperioden.

Die Papiercollagen wurden im Rahmen einer Rauminstallation präsentiert und von einer Klangcollage akustisch begleitet.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Ausstellungskatalog als pdf

(Der Katalog ist auch weiterhin während der Öffnungszeiten in der Galerie Art Room für 9,- € zu beziehen. Weitere Bezugsmöglichkeiten unter dem Menüpunkt "Papiercollagen / Ausstellung 2018 in der Galerie Art Room" auf www.tomschrage.de.)

 

Weitere Informationen zum Künstler unter:

www.tomschrage.de

www.schragekunst.de

 

Presse zur Ausstellung:

Artikel im "Rund um den Quadenhof"

Artikel im coolibri

Artikel im Rhein Bote Düsseldorf vom 26.07.2018

Artikel in der Rheinischen Post

Artikel im Der Gerresheimer

Artikel im Rhein Bote Düsseldorf vom 09.08.2018

coolibri Onlineausgabe 01

coolibri Onlineausgabe 02

 

 

 

Aus fremden Nestern sowie andere phantastische Histörchen (Pressetext)


Den Gerresheimer Künstler Tom Schrage kennt man vorrangig für seine Pop-Art-inspirierten Serigraphien oder grob bearbeiteten Holzskulpturen. Nun überrascht er nach 10-jähriger Ausstellungsabstinenz in Düsseldorf mit einer Einzelausstellung in der Galerie Art Room, in der ausschließlich Papier-Collagen aus zwei verschiedenen Schaffensperioden gezeigt werden.
Anfänglich als künstlerische Fingerübung und malerischer Auszeit gedacht, eroberten die Collagen zunehmend ihren Platz in seinem Œuvre. Als Pate für die schöpferische Zerstörung der ersten, „freien Arbeiten“, dienten ihm Lehr- und Schulbücher aus der Kindheit, Jugendmagazine, Comics und Filmjournale aus der Teenagerzeit oder aber zeitgemäße Sachbücher und Kunstkataloge. Schrage erschafft aus den liebevoll freigelegten Papierschnipseln neue Visionen aus den Trümmern seiner alten Welt, widmet Orte, Dinge und Zusammenhänge um und lässt daraus fremdartige und humorvolle Konstruktionen von ungeahnter Schönheit und Komplexität entstehen.

Ging es bisher in Schrages Collagen um das Aushebeln der Wirklichkeit, einer Art Realitätsumwandlung, so werden die Werke der zweiten Serie eher als Fenster zur Seelenwelt ihres Schöpfers verstanden. Diese bedient sich anderer Quellen und unterscheidet sich formal und inhaltlich von den „freien Arbeiten“.
 Schrage recherchierte in Naturkundebüchern aus den Siebziger Jahren und uralten Druckerzeugnissen aus der Jahrhundertwende für die passenden Motive. Vergilbtes Papier, Vögel- und Natur-Fragmente, die in der heutigen Zeit nahezu keine Bedeutung mehr zu haben scheinen, vergangene Welten. Wirken die Werke der Serie „Aus fremden Nestern“ beim ersten Betrachten anmutig und lieblich, so stellt sich in der weiteren Auseinandersetzung doch eine nachdenkliche, melancholische Stimmung ein. Dieses „Herausfallen aus der Zeit“ führt zu einem Sinnen über Vergangenheit und Zukunft, dem unaufhaltsamen Kreislauf von Erneuerung und Verlust, bis hin zur Reflexion über die Vergänglichkeit der eigenen Existenz.
Diese Werke werden im Rahmen einer Rauminstallation in der Galerie Art Room präsentiert und zusätzlich von einer vom Künstler geschaffenen Klangcollage akustisch begleitet.

Edna Mo

 

Impressionen von der gut besuchten Vernissage am 04.08.2018

 

  

 

 

  

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos von Edna Mo, Frank Broens und Tom Schrage

 

Weitere Fotos zur Ausstellung (zum Beispiel vom Aufbau)

 

 

Aus fremden Nestern sowie andere phantastische Histörchen

(Begleittext zur Ausstellung „Aus fremden Nestern sowie andere phantastische Histörchen“ von Tom Schrage in der Galerie Art Room von Edna Mo)

 

Blickt man auf die letzten 25 Jahre kreatives Schaffen von Tom Schrage zurück, wird deutlich, dass der Großteil seines Œuvres schon immer vom Thema der „Collage“ dominiert wurde.
Seien es die frühen Arbeiten der FoCoMa® Art, die Inkjet-Transfer-Arbeiten oder die Serigraphien, die im letzten Jahrzehnt sein Hauptwerk bestimmten. Selbst in seinem musikalischen Nebenprojekt „Arrieta Toxic“ (www.arrietatoxic.com) ist seit 2010 diese Arbeitsweise sichtbar. Handelt es sich hierbei doch vielmehr um arrangierte Sound- und Klangcollagen als um komponierte Partituren.

In Anbetracht dieser Historie ist es also nicht verwunderlich, dass Tom Schrage sich immer schon mit dem Ursprung dieser Arbeitsweise auseinandergesetzt hat: die Collage aus Papierfragmenten. Anders als beim malerischen oder musikalischen Werk von Schrage unterscheiden sich die in der Ausstellung gezeigten Papiercollagen doch erheblich, speziell was ihr Ausgangsmaterial angeht.

Unveränderlich in der Farbgebung und größentechnisch vordefiniert, muss jedes Collageelement Umfeld und Akteure, also die passenden Partner, erst finden. Der damit gesteigerte Grad an Recherchearbeit und Anspruch im Herstellungsprozess, macht für Tom Schrage die Faszination am Thema Papiercollagen aus. Die fehlende Möglichkeit manipulieren zu können ist seine demonstrative Gegenbewegung zur digitalisierten Welt, in der sich alles und jedes zurechtbiegen lässt.

So entstanden ab 2011 über Fünfzig Papiercollagen die nun erstmalig in der Galerie Art Room einem breiten Publikum vorgestellt werden.

Anfänglich entstanden die ersten Papiercollagen als „freie Arbeiten“ während der häufigen Aufenthalte auf den Kanarischen Inseln. Mit Unmengen an gesammeltem Altpapier bepackt war das Übergepäck bei jedem Flug vorprogrammiert. Lehr- und Schulbücher aus der Kindheit, Jugendmagazine, Comics und Filmjournale aus der Teenagerzeit oder aber zeitgemäße Sachbücher und Kunstkataloge standen zu dieser Zeit für die schöpferische Zerstörung Pate.

In dieser Anfangsphase eroberten die Collagen für Schrage neue Visionen aus den Trümmern seiner alten Welt, widmeten Orte, Dinge und Zusammenhänge um und erschufen daraus fremdartige und humorvolle Konstruktionen von ungeahnter Schönheit und Komplexität. Beflügelt durch die Ergebnisse und der Freude am Herstellungsprozess widmete sich Schrage ab 2013 in seinem Atelier neben der Malerei und dem Siebdruckverfahren schwerpunktmäßig der Papiercollagen-Erstellung.

Hier entstanden die emotional anders gelagerten Werke der Serie „Aus fremden Nestern“. Ging es bisher in Schrages Collagen um das Aushebeln der Wirklichkeit, einer Art Realitätsumwandlung, so werden die Werke dieser Serie eher als Fenster zur Seelenwelt ihres Schöpfers verstanden.

Angefangen bei Naturkundebüchern seines Vaters aus den Siebziger Jahren, welche – stets im Wohnzimmerschrank präsent - mit ihm gemeinsam die vorbeiziehenden Jahre erlebt hatten, bis hin zu uralten Druckerzeugnissen aus der Jahrhundertwende, unterscheiden sich diese Collageelemente doch erheblich von denen der „freien Arbeiten“. Wirken die Werke der Serie „Aus fremden Nestern“ beim ersten Betrachten anmutig und lieblich, so stellt sich in der weiteren Auseinandersetzung doch eine nachdenkliche, melancholische Stimmung ein. Vergilbtes Papier, Vögel- und Natur-Fragmente, die in der heutigen Zeit nahezu keine Bedeutung mehr haben, vergangene Welten. Dieses „Herausfallen aus der Zeit“ führt zu einem Sinnen über Vergangenheit und Zukunft, dem unaufhaltsamen Kreislauf von Erneuerung und Verlust, bis hin zur Reflexion über die Vergänglichkeit der eigenen Existenz.

Schrages Auseinandersetzung mit der eigenen, persönlichen Historie fasst Richard Brereton im Buch  “CUT & PASTE” vortrefflich für die Kunstrichtung Collage wie folgt zusammen:

Offensichtlich sind wir nostalgisch für das, was war, uns beruhigt das Vertraute. Collage ist ein Medium, das die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet und manchmal einen Blick auf die Zukunft wirft.

Münzt man diese Aussage auf Schrages Schaffen, so dürfen wir gespannt sein, auf welche Reisen in Zeit und Raum uns sein zukünftiges Werk noch entführen wird.

 

Auswahl ausgestellter Werke:

Orobanche, 2017, Format gerahmt 55,8 x 73,1 cm

 

Werdet Vorrübergehende, 2011, Format gerahmt 66,5 x 52,3 cm

 

Aus fremden Nestern II, 2014, Format gerahmt 45,4 x 57,2 cm

 

Aus fremden Nestern III, 2014, Format gerahmt 49,7 x 43,3 cm


Alle ausgestellten Papiercollagen sind unter den folgenden Links aufgeführt:

Serie "Aus fremden Nestern"

Serie "Freie Arbeiten"

 

 

 

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