Michael Gatzke

"In unerreichbarer Entfernung"

Malerei und Installation

 

Vernissage: Samstag, den 15. Dezember 2018 ab 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 16.12.2018 bis 19.01.2019

 

Öffnungszeiten:

jeden Dienstag von 18.00 bis 20.00 Uhr

und

Samstag, den 05.01.2019 von 11.00 bis 13.00 Uhr

sowie nach Vereinbarung unter 0152 3357 6128

(zusätzliche Besichtigungsmöglichkeiten siehe Menüpunkt "Öffnungszeiten")

 

Weitere Informationen zum Künstler

 

 

Artist Statement Michael Gatzke 
 
»Wir sind der Blinde, das Auge ist der Hund, der uns führt.« Denis Diderot 
 
Ich bin Maler im 21. Jahrhundert. Ein „Aus-der-Zeit-Gefallener“? Denn da eigentlich schon alles gemalt ist, sind die Künstler der neuen Medien und der partizipativen Ansätze die aktuellen Blockbuster. Die „erschöpfte Kunstform“ der Malerei findet sich dagegen eher in der Ecke der Bedauerten wieder. Trotzdem oder soll ich sagen gerade deshalb bin ich unerschrocken, ja sogar glücklich, an all die alten Malerfürsten anknüpfen zu können. Und mein Versuch ist es - auch in Anbetracht der unausweichlichen Zitate - eine eigene moderne Position in der Malerei zu finden und zu behaupten. Dabei umgeben mich Fragen und Zweifel, manchmal auch Verzweiflung: 
“Fürchte ich die künstlerische Unzulänglichkeit?” “Vertraue ich meinem Arbeitsansatz(noch)?”  “Sind Zufälle im Malprozess hilfreicher als Strategien und Automatismen?” „Wieviel Unverkennbarkeit sollte, wieviel Streubreite darf sein?“ “Denke und male ich zu wenig radikal?” “Wer sind meine Vorbilder?” “Sollte man heute überhaupt noch Vorbilder haben?” “Wann akzeptiere ich meine Arbeit als gut?”. 
Ich verfolge kein Konzept, kein Programm. Es stimmt das, was gerade ist. Es ist richtig, wo ich gerade stehe. Wohlgemerkt: Grundlage dieser Verortung ist kein ausuferndes Selbstbewusstsein. Bloß sehe ich meine Bilder als das, was sie sind. And that’s all. Das bedeutet nicht, dass ich nicht stets kritisch innehalte, prüfe und wiege. Oft auch aussortiere oder übermale. Aber warum soll ich einen gedanklichen Überbau für meine Arbeit in Anspruch nehmen, solange er sich mir nicht von selbst erschließt? Es trotzdem zu tun, wäre aufgesetzt. Die fehlende Authentizität fiele sofort ins Auge. Deutungen und Interpretationen meiner Arbeiten höre ich indes gern. Ich beteilige mich nur nicht an ihnen. 
Große Kunst ergreift mich. Dieser Berührung auch im eigenen Werk nachzueifern bildet meinen Antrieb. Wir leben in Zeiten der virtuellen, simulierenden Realitäten. Wenn in diesem Kontext die eigene Malerei als (antiquierte?) haptisch erlebbare Wirklichkeit bestehen kann, von Betrachtern auch wahrgenommen wird und im besten Falle bei diesen innere Wirksamkeiten erzeugt, wäre schon viel mehr erreicht als erhofft.
 
 

Nach oben